Mein Resümee der Pumpenprobezeit

23. April 2016 InsulinJunkie
Auf dem Weg zur Pumpe: Teil 13 von 13

AllTimeLow41Seit nun schon ein paar Tagen ist meine Pumpenprobezeit rum – seit Mitte März um genau sein. Zum Abschluss gab’s nochmal das gleiche Spiel wie bei der Beantragung: das Gutachten samt meiner Tagebücher sind mal wieder auf dem Postweg von Medtronic zur Krankenkasse verschwunden.

Wenn ich es richtig im Kopf habe, ging das ganze Paket zuerst dorthin, damit die noch Unterlagen beisteuern und dann das alles in die KK geht. Medtronic hat die Sachen bearbeitet, aber das Gutachten & Co. sind dann bei der Krankenkasse nicht angekommen.

Mittlerweile hat die Krankenkasse alles beisammen und seit einer Woche habe ich die Kostenübernahme für die Pumpe in Händen *freu* Also Zeit ein Resümee zu ziehen.

Durch das Probetragen aller Pumpenmodelle fiel mir ja schon auf, dass der Schlauch nicht so wirklich nervig ist. Das hat sich zum Glück in den 5 Monaten jetzt auch bewahrheitet. Mich stört der Schlauch der Pumpe überhaupt nicht. Dass die man die Bolusrechner nur an der Pumpe und nicht an der Fernbedienung benutzen kann, ist mir bis hier nicht negativ aufgefallen. Ich trage sie ja eh immer in der Hosentasche und habe so schnellen Zugriff darauf.

Für mich hat sich die Therapie wesentlich vereinfacht.  Mein Morgen-Wert ist meistens besser als früher unter Levemir und eine Basalrate erlaubt mir, das Profil viel granularer zu steuern als unter dem Basal-Insulin vorher.

Basalprofil

Auch sehr charmant finde ich, dass ich mich nicht mehr immer halb frei machen muss um zu spritzen, sondern einfach nur auf dem Kistchen rumdrücken muss. Dafür muss man drauf achten, sich den Katheter nicht rauszureißen. Ist aber zum Glück noch nicht so oft passiert und noch nie unbemerkt, so dass es einfach mal ein paar Stunden ( ? ) ausgelaufen ist.

Auf der anderen Seite hatte ich beim Pen immer die „Sicherheit“, dass das Insulin auch angekommen ist. Bei der Pumpe kann es immer mal sein, dass der Katheter undicht ist o.ä. und dann eben kein Insulin mehr ankommt. Hatte ich jetzt schon ein paar Male, dass der wohl verstopft ( ? ) war und die Pumpe das auch nicht gemeldet hat, so dass ich nach dem Essen dann mit 350 in der Gegend rumlaufe, ohne es zu merken.

Noch während der Probezeit habe ich mir das passende CGM gekauft. Aktuell benutze ich es nicht dauerhaft aber immer mal wieder um zu checken, wie ich mich so schlage und auch wie der Sport mich schlägt *hehe*. Zwar eine Umstellung vom Dexcom G4, aber ca. gleich teuer und die Anzeige ist auf der Pumpe, inklusive Notabschaltung. Das hat mir schon ein paar Nächte die Unterzuckerung erspart.

Also nach dem halben Jahr kann ich nur sagen, dass ich mega happy mit meiner Wahl bin – sowohl mit der Pumpe an sich, als auch mit dem Modell.

Ich hoffe, dass ich meine Werte noch etwas bessern kann – wäre ja zumindest toll Und dann mal sehen, was es so in 4 Jahren gibt… Vielleicht ja schon die Medtronic 670G, die soll immerhin 2017 / 2018 auf den Markt kommen

Also, ich freue mich schon drauf!

 

4 Gedanken zu “Mein Resümee der Pumpenprobezeit

  1. Gravatar: StefanStefan

    Hi Mathias,

    meine Erfahrungen mit der Pumpe sind ähnlich wie deine. Die Sache mit dem Schlauch hat sich als viel problemloser herausgestellt als ich das vorher vermutet habe. Zum Glück hatte ich in gut 2 Jahren noch keinerlei Probleme mit herausgerutschten Kanülen etc.
    Interessant finde ich deinen Wechsel zum Medtronic CGM. Sollte mein G4 mal den Geist aufgeben, werde ich vermutlich auch auf das Medtronic System wechseln, weil mir der 3 monatliche Zwangstausch des Senders beim neuen G5 ganz und gar nicht gefällt.
    Von deiner Basalkurve bin ich überrascht. Meine sieht ziemlich ähnlich aus und ich dachte immer, dass sie recht untypisch ist mit hohen Nachtraten (bei mir z.T. bis 3 Einheiten/h) und Raten gegen Null am Nachmittag.
    Wie sehen denn die zugehörigen Bolusfaktoren aus. Die sollen in ihrer Höhe ja in etwa mit der Basalrate korrespondieren. Bei mir tun sie das nicht was laut meiner Diabetologin ungewöhnlich ist.

    LG Stefan

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    1. Gravatar: InsulinJunkieInsulinJunkie Post author

      Hallo Stefan,

      also ich habe einen Korrekturfaktor von durchgehend 20md/dl pro IE. Was sehr viel ist, aber sich in vielen Situationen als richtig erwiesen hat. Meine Bolusfaktoren sind 2.5 morgens – 2 mittags und 2.2 abends. Was überhaupt nicht zur Basalrate passt.

      Meine Theorie: Meine BSD schläft auch gerne mal aus und arbeitet dann grade nur so viel tagsüber, dass es grade so reicht & dazu kommt noch ne Insulinresistenz.. dann könnte so das hinkommen

      Zu den Kosten habe ich in Google Drive mal ein Sheet zusammengewerkelt: https://drive.google.com/open?id=1gEmxQfyOtEvV9WfRh9htux01uItEjfosafiuZgjMJRk

      Das G4 kostet so viel die Enlite 2, durch den 6 Monate Transmittertausch, der beim Enlite ja einfach wegfällt. Vom G5 mal ganz zu schweigen…

      Grüße
      Matthias

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      1. Gravatar: StefanStefan

        Hallo Matthias,

        mein Korrekturwert liegt bei durchgehend 30mg/IE. Dafür sind meine Bolusfaktoren einen Tick höher aber in etwa im gleichen Verhältnis wie deine. Also ziemlich vergleichbare Verhältnisse.
        Vermutlich spielt bei mir auch eine Insulinresistenz rein. Sicher bin ich mir angesichts der niedrigen nachmittäglichen Basalrate aber nicht.
        Deine Kostenaufstellung ist interessant. Der Sender meines G4 hat glücklicherweise 13 Monate gesendet. Tut aber trotzdem weh, wenn man dann 399 Euro für so’n Ding bezahlen muss. Das ist in meinen Augen einfach eine „unintelligente“ Lösung, die beim G5 noch dadurch getoppt wird, dass ein längeres laufen lassen noch nicht mal möglich ist, selbst wenn die Batterie noch ausreichend Saft hat.
        Auf welche Sensorlaufzeit kommst du denn im Schnitt beim Enlite ? Beim Dexcom schaffe ich im Schnitt 19 Tage.

        Gruss
        Stefan

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        1. Gravatar: InsulinJunkieInsulinJunkie Post author

          Hallo Stefan,

          beim Dexcom kam ich auf 21 Tage im Schnitt.. beim Enlite 1x 6 Tage und 1x 24 Tage, also schwer zu sagen. Was man so im Internet findet sind so ca 10 Tage. Also noch 1x Neustarten und dann noch ein bisschen.
          Der „alte, große“ Dexcom-Transmitter hielt offiziell 12 Monate, bei auch so um die 13. Die neuen „slim“ schaffen dann nur noch 6 Monate offiziell.

          Ja 399 € finde ich für 6 Monate schon happig, aber für 3 wie beim G5 o.O Und die Sensoren sind ja auch immer teurer geworden (keine Preiserhöhung nach Wechselkursbereinigung)

          Viele Grüße
          Matthias

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